VAYOSPHERE


The roaring zeros

In anderen Blogs duftet es schon gewaltig nach Zimt und Plätzchen, während sich bei mir diesbezüglich noch nichts getan hat. Ich hab nochnichtmal weihnachtlich dekoriert oder ein Mistelzweig über dem Header aufgehangen.  Man ist ja diesertage auch viel zu beschäftigt mit sonderbaren Jahrenrückblicken, in denen der Dezember fehlt, und Jahrzentrückblicken, in denen das Jahr 2010 fehlt. Naja, irgendwas fehlt immer.

Jetzt sind sie vorbei die Nullerjahre! Und Jahrzehntrückblicke sind so toll, dass ich gerne auch mal rückblicken möchte: Also, die 80er Jahre hab ich in Windeln verbracht und war den ganzen Tag süß. Die 90er Jahre habe ich glaub ich König der Löwen guckend verbracht (Ich kann sogar die Swahili-Parts in den Songs mitsingen), trug ständig einen bunten König der Löwen- Sweater mit Nala unterm Sternenhimmel drauf  und färbte mir riesengroße breite blonde Streifen ins Haar, die nicht mit dem riesenhaften Ponny harmonierten. Außerdem versuchte ich anderen vorzugaukeln, dass ich die Backstreetboys mag. Dann lieber Hakuna Matata.

Tja und die 00er Jahre waren ein Jahrzent, dass ich wahrscheinlich hauptsächlich im Internet verbracht habe. Ich ging durch das tiefe Tal der Adoleszenz, verhedderte mich in einem dichten Netz esoterischer Vorstellungen und utopierte so lange an meiner Schullaufbahn rum bis sie den Bach runterging (Aber hat nicht jeder Mal das Gefühl gehabt, dass er hochbegabt ist und einfach nur unterfordert und zu sensibel, als dass das in gute Noten münden könnte? Nein? Hmmm…nagut.)

Wenn man am Ende von etwas steht, guckt man ja gerne mal auf den Anfang. So do I.  Also wie war das? Ich war 13. Von 13 bis 17  3/4 wünscht man sich ja nichts anderes als 18 zu sein. Und weil man es nicht wahr haben will, dass man doch noch im besten Harry Potter- Alter ist, denkt man natürlich, dass man der absolute Versager ist, wenn man mit 13 nicht Silvester auf einer wilden Party rockt. So did I.  Ich hab nämlich bei meiner Oma im  Dorf gefeiert ( Und später allen erzählt, dass da ne große Party war) Tatsächlich haben wir bis 22 Uhr 11er raus gespielt und dann das Silvesterprogramm im Fernsehen begähnt. Um 23:59 stand ich im Garten, in Schleichern von meiner Oma, orangekarrierter Aldi-Leggins und dem besagten Nala-Sweatshirt , den Kopf in den Sternen (zuviel Sekt) und war froh, dass ich auf dem Dorf war, weil ich immer dachte, dass falls zum „Millenium“ die Welt untergehen sollte, sie bestimmt in den Städten anfangen würde unterzugehen. Und auch für den Fall, dass sich alle Maschinen und Computer gegen uns richten sollten: Meine Oma hat nen Kohleofen und ein zugemauertes Plumsklo, das wir, meine Oma und ich, noch in dieser Nacht gemeinschaftlich einreißen würden, im Fall der Fälle. Ich stand also da in der Dunkelheit und hörte den Karl Moik Silvesterstadl Countdown, der aus der Küche nach draußen plärrte. Und Hossa, Fiesta Mexicana, wars 2000.  Noch nichtmal Karl Moik ist in die Luft gegangen und ich ging wieder rein, und versuchte meinen Vater, der schon den ganzen Abend schweigend auf der Couch in der hintersten Stube fernsah mit meiner Anwesenheit zu beglücken, was er als Aufforderung ansah, sich in die Küche zu bewegen um dort weiter fernzusehen, woraufhin ich ihm hinterherging und er abermals vor mir flüchtete. Silvester ist eben nicht das Fest der Liebe.

Und dieses Jahr wird geknallt und gebumst und wer nicht vor 23h hackedicht ist, ist ein kleines 13-Jähriges Mädchen.

PS: Ich habe gerade versucht, ein Foto von mir als 13 Jährige zu finden. Da aber die Digitalkamera erst 2003 in mein Leben trat und Fotopapier bei mir so selten ist wie Papyrusrollen, musste ich mich malen. Hier also ich:

(Ich trug meine Haare immer sehr zottelig, mit blödem Ponny)



Hartzen 4 Germanizers
7. Dezember 2009, 20:35
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Ich habe mir in letzter Zeit öfter Gedanken gemacht, ob nicht Englisch das neue Deutsch ist. Da habe ich z.B. meine Mitbewohner zum Essen mit folgenden Worten eingeladen: Get some awesome Spätzle! Ich wollte einfach, dass es sich cooler anhört als „Hol dir tolle Spätzle!“ oder „Spätzleessen am Freitag um 20h im Gemeinschaftsraum“.

„Habt ihr Deutschen eigentlich keine eigenen coolen Wörter?“ wurde ich letztens von einem Ami gefragt und ich sagte: Nope! Immerhin machen wir uns aber noch die Mühe Englische Wörter einzugermanizen. Bei meinem followenden Research, habe ich dann aber discovert, dass unsere Sprache doch  relativ quick auf soziale/kulturelle/politische Phänomene hin geslangte Wörter self-designed. „Macht ja auch Sinn“, wie hier:

So sollte zum Beispiel jemand der abhartzt und zuviel harzt ( VORSICHT! Unterschiedliche Schreibweise) langsam mal anfangen zu zwegern, sonst wird er noch total abgewrackt.

Übersetzung: Eine Person, die Hartz IV bezieht und zuviel Marihuanna konsumiert, sollte bald mal anfangen zu sparen sonst kommt Peter Zwegert und macht ihn fertig (aber ohne Prämien)

Bei so einem Satz wird einem aber auch klar, wer hier eigentlich die Deutsche Sprache entwickelt. Tipp: Es ist nicht die hochgebildete Akademikerschicht, die  is nämlich grad voll im Language-Jetlag.

Jetzt aber bloß keine Diskussion darum, ob man sich deshalb ernsthaft Sorgen machen muss. Solange sich die abhartzenden und die jetlaggenden Menschen noch verstehen, sehe ich keinen Grund zur Besorgnis. Es müsste nur irgendwann mal irgendwer gefunden werden, der dann in 50 Jahren Goethes Faust auch für Gymnasiasten übersetzt. Der wird nämlich schon heute von Hauptschülern nicht mehr verstanden, weswegen die Exemplare für die Hauptschulen gekürzt und auf Spongebob-Niveau heruntergebrochen werden. Wenn’s hilft.

Quelle: Alle dt.Szenewörter entnommen aus superslang.de und dem neuen Wörterbuch der Szenesprache/DUDEN



Uni brennt?
15. November 2009, 15:02
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Liebe Linke,

ihr besetzt zurzeit die Unis in Deutschland und Österreich. Ihr wollt kostenlose Bildung, mehr Freiräume im Studium, Frauenquoten für alle Lebensbereiche, keine Zulassungsbeschränkungen, mehr Professoren. Und das sind keine dummen Ziele, zumindest für einige davon würde ich auch auf die Straße gehen, bzw. war ich auch schon.

Aber auf der Demonstration passiert dann immer das gleiche: Erst schreien alle: Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut. Da schreie ich noch mit. Dann schreit jemand vom vordersten Wagen „Vernichtet den Polizeistaat“ weil da ein Paar grüne Männekes stehen. Ich überlege, ob ich gehen soll. Und irgenwann holt dann wer sein Che Guevara Shirt raus und ein anderer schreit: Nie-nie-nie wieder Deutschland.  Ich gehe.

Ich komme mir wirklich verarscht vor. Ihr wollt die breite, schweigende Masse hinter euch vereinen? Ist euch schonmal eingefallen, dass die „breite Masse“ diesen Staat NICHT für unter aller Kanone hält und sich sogar mit dem Kapitalismus, wenn er in Form einer sozialen Marktwirtschaft daher kommt, aussöhnen kann?

Kurz festgehalten: Ihr jammert, dass sich keiner mit euch solidarisieren will und seid selbst das Problem!

Ich würde mir wünschen, dass man einfach mal zusammen für die Reform des Bachelorstudiums und gegen

ungerechte Studiengebühren auf die Straße gehen kann, ohne dass man sich selbst von der Presse als unkontrollierte, sozialismusverherrlichende Meute beschrieben sieht. Die Sache sollte im Vordergrund stehen.

Ich weiß, dass ihr denkt, dass sich die aktuellen Probleme in der Uni aus der Niederträchtigkeit des Staates und des bösen, bösen Kapitalismus ergeben. Ich denke nicht so. Nur wird meine Meinung nie repräsentiert, weil ihr sie immer überschreit.

Problem: Ihr braucht die breite Masse für eure Unibesetzungen. Ohne die werdet ihr sehr bald von netten Polizisten rausgetragen und das Ergebnis ist Unterrichtsausfall (Ihr klaut Bildung), Kosten  (Ihr verplempert unsere Studiengebühren) und keinerlei Erfolg. Außer vielleicht das ihr ein paar Tage Abenteuer hattet, mit euren Hunden auf Matratzen zusammen im Audimax geschlafen habt und sicher ne gute Zeit hattet. Aber Ferienlager könnt ihr auch woanders haben.



Playlist of 2009
12. November 2009, 00:28
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Das Schöne an Musik ist, dass man sie nicht im Radio hören muss. Ich habe wirklich eine ausgesprochene Abneigung gegen Radios.  Alle Radiostationen dieser Erde scheinen immer das zu spielen, was ich gerade NICHT hören will. Und was hat man davon, wenn man doch zuhört? Ein Ohrwurm von einem Lied, das man eigentlich vor seinen Freunden abstreitet überhaupt zu kennen.

Deswegen krame ich gerade in meiner Plattenliste nach Liedern, die mich dieses Jahr haben aufhorchen lassen, die mich begleitet haben und die meine armen Mitmenschen in unendlicher Repetition ertragen mussten.

#Smog ( Bill Calahan) – Rock Bottom Riser

Besonders dieses Video hat es mir angetan

#Holly Golightly – On the fire

#Shantel – Marko i Shantel

#Emiliana Torrini – Honeymoon Child

Zuckersüße Klingbing -Musik. Zeit die Lagerfeuerstelle auf dem Wohnzimmerteppich auszufegen. Lieblingslyrics:You bring out the soft side of everyone/ We gather like ravens on a rusty scythe/ Just to watch such a little dove./Fly away. Die ganze Platte (Fisherman’s Woman) ist super und überhaupt alles von ihr.

#Emiliana Torrini- Jungledrum

Hhmmm, stille Wasser sind tief und auf einmal kommt da sowas wie Jungledrum raus. Gugurungdudungdududungdungdung. hat mir auch gefallen. Ist aber nicht so ganz typisch für die Torrini.

#Beirut – Nantes

Man hört, dass Zach Condon viel rumgekommen ist. Die Musik hört sich an nach Reisen, schnelle und tiefe Bekanntschaften, saufen und tanzen bis in den Morgen und verschwitzt den Sonnenaufgang gucken.

#Beirut – La Banlieue

#Pionierlied – Unsre Heimat

Wirklich? das muss sich in diese Playlist eingeschlichen haben.

#Mittekill – Wasser oder Wodka

Jaja, es lebe der 80er Sythesizer-Pop. Wodka für alle.

#M.I.A.- Paper planes

Aus Slumdog millionaire. M.I.A. ist richtig cool. Peng peng. Some some some some I murder some some some I let go.

#Kid Cudi Vs Crookers – Day ‘n’ nite

Durchtanzte Nächte in Frankfurt

#Kanye West-Love Lockdown

Erinnert mich an die ziemlich überfällige Trennung dieses Jahr: No more wastin’ time/ you can’t wait for life
We’re just racin’ time/ where’s the finish line?

#Kanye West- Amazing

#Les fils de teuhpu- Nadine á oilpé

Lustige Typen, lustige Lieder, lustige Verlan-Sprache in Verbindung mit östlichem Rumms.

#Shakira – She Wolf

Das VIDEO…ummpphh. AAAOOOOOOOOOO.

#Adele – Best for last

#The Gossip – Heavy Cross

#Rammstein – Pussy

FSK 18! Lieblingsstelle: Blitzkrieg mit dem Fleischgewehr

#Chopin- Funeral march

Manchmal hab ich so Schwarzweiß Stummfilm- Tagträume und ersinne mir kleine Liebesdramen. Dafür ist das Lied super.

#Rolling Stones – Paint it black

#Calvin Harris – Acceptable in the 80s

Gemanys next topmodel-geschädigt eben.

#Whitest Boy Alive – Fireworks

Nerdbrillenalarm! Sehr angenehmes Album (Dreams) .The heat is on for the action to speed up and tension to ease/We could keep talking but only be certain through physical means.

Die peinlichsten hab ich jetzt mal weggelassen, falls später mal mein Boss oder die Stylepolizei (???)hier vorbeischaut. Wenn ich euch noch mit anderen Songs belästigt haben sollte, die hier nicht aufgeführt sind, sagt bitte bescheid.



Im Kapitalismus angekommen
10. November 2009, 13:53
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Meines Erachtens eines der besten Videos zum gestrigen Großerereignis: 20 Jahre Mauerfall. Das waren wirklich bewegende Zeiten. Also wenn ich diese Bilder sehe, kriege ich immer noch Gänsehaut ;)

Dank Spreeblick kann man diese ergreifenden Szenen nocheinmal miterleben.



Down High Times
9. November 2009, 18:27
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Gestern war ein Tag wie heute. Es hat geregnet und ich hatte Zeit, war aber zu faul etwas mit der Zeit anzufangen, deswegen habe ich einfach gehofft, dass sie vergeht und habe Regentropfen an meinem Fenster vorbeihuschen sehen. Später huschte dann auch mein Mitbewohner vorbei und drückte mir die Biographie von Uschi Obermaier in die Hand. High Times. Und das, wo ich gerade beschlossen hatte meine Biografie bis hierhin Down Times zu nennen.

Uschi Obermaier, da war doch was…

Die, die mit Keith Richards, Mick Jagger, Jimi Hendrix und so vielen mehr geschlafen hat. Die, die so schöne Brüste hat, oder hatte.

Uschi kam mit einem Hüftfehler auf die Welt und musste eine Schiene tragen. Danach hören unsere biographischen Gemeinsamkeiten schon auf. Aber ich weiß auch nicht, ob ich sie für das, was dann passiert ist gut finden soll. Dass sie ständig Sex mit Musikern hatte erklärt sie damit, dass sie so sinnlich eingenommen von der Musik war, aber keinerlei musikalische Begabung hatte, und es ihr als nächster logischer Schritt erschien mit den Musikern zu schlafen. Aber nur mit den wilden Kerlen. Auf die stand sie nämlich.

Durch die Männer kam sie an Fotojobs, durch die Männer kam sie in die Bravo, durch die Männer kam sie rum. Und natürlich durch ihren schönen Körper.  Für die politisch engangierte Kommune 1 in Berlin wird sie aber wahrscheinlich immer das dumme Fotomodell, das bei Sitzungen immer bekifft einschlief, bleiben. Außer natürlich für Rainer Langhans, der beteuerte, dass sie nicht dumm sei, sondern einfach nicht so viel weiß…

Nervig an dem Buch ist, dass sie sich kaum hinterfragt. Sie traf Jimmy Hendrix kurz vor seinem Tod und behauptet, dass es mit ihm besonders intensiv und tief war. Später erzählt sie aber, dass er sie im Bus nicht wiedererkannte. Außerdem sprach die Obermaier kein Englisch und Hendrix kein Deutsch. Crap.

In dem Buch wird jedenfalls klar, dass vor allem die Medien, die den 68′ern ein kranke, chaotische und von Drogen  geprägtes Image aufdrücken wollten, größtenteils ihre eigene kranken Fantasien abdruckten, und dass vieles, was so erstrebenswert und wild erscheint, in Wirklichkeit oft undankbar und verzweifelt ist.  Der Teil, der mir in diesem Buch wirklich erstrebenswert erscheint, ist ihre Reise durch Indien, auch wenn es eine mit Heroin-Lines durchzogene Reise ist. Und auch später, als ihr der Ehemann,  die Hamburger Kiezgröße Bockhorn, bei einem Motorradunfall wegstirbt und sie sich umorientiert und endlich etwas findet, was ein wirkliches Talent ist: Das Silberschmieden.

Was dieses Buch bei mir hervorbringt ist Wut und Neid oder Bewunderung (hab mich noch nicht ganz entschieden). Wut, weil Frau O. nicht erkennt, dass ihre Rolle als Frau trotz des ganzen Trara um das ewige alles-wird-anders der 68′er immer von Männern bestimmt war. Und: Dass das rein aufgrund von Äußerlichkeiten so war. Ein dummes Fotomodell ist immerhin besser als eine verpickelte Politikwissenschaftsstudentin. Alle sind gleich, aber Männer sind gleicher.

Neid, weil sie trotzdem soviele aufregende Sachen sieht, aufregende Persönlichkeiten trifft, sexuell freizügig ist und einfach soviel rumkommt. Neid, weil ICH mich nicht traue, mich in einen Bus zu setzten und raus in die Welt zu fahren. Man nimmt eben auf Reisen immer  sich selbst mit. Es gibt kein Urlaub von der eigenen Persönlichkeit. Und deshalb wird man nicht mal eben Uschi Obermaier.

Ansonsten: Das Buch kann man in einem Rutsch durchlesen, das ist auch mal angenehm. Uschi Obermaiers Leben kann man hinterfragen, aber es ist ein gelebtes Leben.



Love, Peace and Metal
5. November 2009, 18:11
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Menschen stehen im Dunkel beieinander und lassen rythmisch den Kopf auf und ab zucken, andere schütteln ihn heftig hin und her, als wollten sie eine Wimper aus dem Blickfeld vertreiben. Keiner bewegt den restlichen Körper. Verboten. Wo sind wir? Auf einem Metalkonzert!

Metaller haben auf mich immer eine Ausstrahlung wie der Dalai Lama auf den Rest der Welt. Am Anfang des Konzerts stehen sie wie friedliche kleine Gartenzwerge mit ihren Gartenzwergbärten und grinsen ein buddhistisches Lächeln, das einem sagt: Ja, unsere Musik handelt von Koala-Gangbangs, Tod und Muschis, aber wir selbst haben die innere Erleuchtung schon gefunden. Der große Bärtige mit der Buddha Statur im schwarzen Sweatshirt nickt mir freundlich, und wie es scheint zustimmend, zu.

Wofür brauche ich also ein Yogi-Lachseminar, wenn ich mir auch die Seele aus dem Leib brüllen kann. Und diese Haarpracht. Ich komme mir vor wie in einem L’oreal-Dauerwerbesendungs-Traum. So glücklich und stimmlos bin ich schon lange nicht mehr ins Bett gegangen.

 

 



Schwarz-Weiß-Ansichten

Günter Wallraff, Schwarz auf Weiß, ein guter Enthüllungsfilm – NOOOOOOOOOOOOOOOT

Als ich Günther Wallraff das erste Mal als Schwarzen gesehen habe, dachte ich, Hape Kerkeling hat sich eine neue Witzfigur ausgedacht; so eine Art deutschen Borat.

Dem war leider nicht so. Es ist ernst. Günter Wallraff hat sich vorgenommen, der Päpstin im Kino Konkurrenz zu machen. Kategorie: Schlechte Kostümfilmchen.  Allerdings gelingt es der Päpstin besser, glaubhaft einen Papst darzustellen, als Günter Wallraff, der aussieht wie einer von den Village People mit einem Hemd, das schon in den 70ern nicht mehr cool war, es schafft einen schwarzen Menschen zu spielen.

Muss das sein?

Es gibt aktuell etwa 300.000 Afrodeutsche, also schwarze Deutsche, und noch mehr Schwarze anderer Nationen, denen Diskriminierung auch kein Fremdwort ist. Warum muss da erst der weiße deutsche Mann, der sich überdies auch noch als das kollektive schlechte Gewissen der Deutschen aufspielt, in seine 70er-Kluft steigen und sich anmalen? Liegt eigentlich nicht genau darin der Rassismus der Deutschen; dass wir erst WIRKLICH glauben, dass Schwarze diskriminiert werden wenn es uns ein lächerlich angemalter Weißer bestätigt? Hätten wir das einem Schwarzen alles nicht geglaubt? Warum kommen in dem Film keine Schwarzen zu Wort?

Ich hoffe mal, dass meine Vermutungen nicht stimmen und der Kinofilm nur soviel Wind schlägt, weil die Deutschen eine Leidenschaft für Kostümfilmchen haben (Ich würde trotzdem lieber in die Päpstin gehen!).

Ich hätte mich wahrscheinlich auch gewundert, wenn ein offensichtlich aus dem örtlichen Karnevalsverein entlaufener Geistesgestörter plötzlich neben mir stünde und ernsthaft behauptete Somalier zu sein. Aber wenigstens weiß ich jetzt, als was ich zum nächsten Fasching gehe!

Fasching 2010 geh ich als Wallraff

Fasching 2010 geh ich als Wallraff!



Singularität
17. September 2009, 02:18
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Single werden ist nicht schwer, Single sein, dagegen sehr.

Habe mich noch nicht so in meine Rolle als Single eingefunden.

Heute steht ein gutaussehender, trotz meiner highheel-1,80m um 10cm größerer, höchsteloquenter Mensch vor mir. Wir kommen ins Gespräch, finden uns nett und er sagt mir nur schöne Dinge. Soweit so traumhaft. Und dann fragt er: Hast du einen Freund? Und ich so: ääähh..Ja?

Was war da denn bitte los? Zurückfallen in alte Muster? Kurzfristige Amnesie betrefflich des Zeitraumes der letzten DREI MONATE???? Rolle nicht gelernt?

Der Text der Singlefrau geht künftig so: Ne, die Stelle is grad unbesetzt, wie wärs mit einem Bewerbungsgespräch bei einem Kaffee? Ich stelle auch kurzfristig ein (nur bei besonders hübschen).

Merk dir das, Fräulein!



Rette deine Freiheit
16. September 2009, 02:22
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Nur um mal wieder ein paar visuelle Reize zu geben und auch, weil es alle wichtigen Blogs in Deutschland promoten, tue ich das jetzt eben auch:

Hier also das Video „Rette deine Freiheit“, der Nachfolger von „Du bist Terrorist“.

Ich finde die Ironie etwas zu fein, gerade für Leute, die sich nicht so mit dem Thema Netzsperren und Datenschutz befasst haben. Aber trotzdem ist es schön geworden.

Hier gibts Hintergrundinfo: http://rettedeinefreiheit.de/