Der Schwarm
Krieg den Keksen
Das war so: Ich musste die ganze Zeit an sie denken, die schönen Kekse aus dem türkischen Supermarkt ums Eck. Rund, mit einer Musterung aus mal hellen, mal dunklen Dreiecken. Die dunklen waren natürlich die mit Kakao. Und diese Dinger zerfielen zu zuckrigem Staube, legte man sie auf die Zunge. Oh herrlich.
Zuhause angekommen nahm ich mir Zeit für den ersten Keks, oh halbgeschmolzene Cremefüllung, welch Überraschung. Ich wollte jetzt den vollen Geschmack und meine Backenzähne nahmen volle Fahrt im Kaubetrieb auf, sie zerrieben, ja zermalmten, den zuckrig-sandigen Teig bevor er sich dem Speichel ergeben konnte.
In einem Gewaltakt verleibte ich mir 200gr weitere Kekse ein, die blöden Dinger. Irgendwann musste die Packung doch mal leer sein, wunderte ich mich, damit ich diese eklige Süße nicht mehr ertragen muss. Schlucken war sekundär und in meinem Rachen sammelte sich der Kekssand. Ich mach dich platt, Keks. Wahrscheinlich noch nicht mal mit Liebe gebacken, nun mit Hass gegessen. Plötzlich finde ich mich auf meinem Bett liegend, die Kekstüte am Mundansatz. Vernichtungswille. Und die restlichen Kekskrümel fallen mir übers Gesicht und in die Ohren, rieseln über mein Bett und ich schmeiß die Kekstüte von mir. Gewonnen.
Schreibt noch jemand gerade Klausuren?
hot southern nights
Das reinigende Gewitter
Der Doktor der Herzen
#guttbye
Das ist Berlin: Jemandem fällt ein, dass er irgendwas blöd findet, er beantragt ne Demo und 36 Stunden später stehen etwa 400 Mann und Männinnen auf der Straße (wobei es zugegebenermaßen größtenteils eine Sausage Party war).
An Prominenz mangelte es nicht auch nicht. Zugegen waren Daniel Domscheit-Berg, ehemaliger Sprecher von WikiLeaks und Autor und Malte Spitz, Mitglied des Bundesvorstandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, kürzlich in den Medien mit der Offenlegung seiner Vorratsdatenspeicherungsdaten (Super Wort!) in einem ZEIT-Artikel . Und ein paar Leutchen von der hedonistischen Internationale waren da. Das ist so ne Art politischer Guerilla-Spaßtrupp, der hin und wieder auch nackte Wohnungsbesichtigungen macht.
Blabla…jedenfalls hier mein Erinnerungsfoto:
Schön war, dass alle brav ihre Schuhe mitgenommen hatten. Eine Sandale war auch dabei. Wir folgten ihr zum Verteidigungsministerium
Am Gutti-Headquarter kamen die Schuhe dann zu ihrer finalen Bestimmung.

Ich frag mich, warum scheinbar jeder der Anwesenden ein abgewanztes, kaum noch als Schuhwerk erkennbares Paar zuhause zu haben schien und kann nur zu dem Ergebnis kommen, dass sie die wahrscheinlich schon seit der Schuh-Attacke auf Busch züchten. Ich jedenfalls hab momentan nur zwei Paar Schuhe zur Verfügung, die dringend gebraucht werden. Trotzdem gefiel mir die Idee so gut, dass ich kurz überlegte meine Schuhe dazulassen und barfuß nach Hause zu radeln.
Der Schlachtplan
Einige sind wildentschlossen, Guttenberg wegzudemonstrieren und wenn er nächsten Samstag, 5.09.2011, noch im Ministerium hockt, erfährt er mal einen „Tag des Zornes“ am eigenen Leib.
Außerdem soll es eine Faschingsaktion geben, zu der man am Aschermittwoch seinen Schuh ins Ministerium schicken soll. Andere schicken den Abdruck ihres Schuhs per Fax (030/18248004) ans Ministerium. Macht Guttenberg die Faxen dicke!!!

Nachlesen
Die Demo hat es in die Tagesschau geschafft, sowie in Spiegel Online. Schönere Fotos hab ich bei Michaela Hanf gefunden
Good night, Facefuckers!
Ich habe ja in diesem Blog schon mehrfach das Bild des apathisch vor Facebook sabbernden Users heraufbeschworen. Also das Bild von mir während des „Lernens“. Um mich nicht mehr so ertragen zu müssen, habe ich jetzt mein Facebook in Urlaub geschickt. Und weil Selbstversuche und das Schreiben darüber so in sind, lasse ich mich mal dazu verleiten
Hier ein paar Statements und deren Wahrheitsfaktor. Gefühlte Empirie inklusive.
Ohne Facebook vereinsamt man
Das war von meiner Seite beabsichtigt. Aber natürlich könnte man dagegen was tun.
Ohne Facebook ist man viel effizienter
Eine Lüge. Man schreibt dann eben Blogeinträge oder frischt alle zwei Minuten den Ägypten Liverticker auf Spiegel online auf.
Ohne Facebook erreicht man seine Freunde nicht mehr
Das ist tatsächlich so. Die echten Freunde erreicht man natürlich immernoch, von denen hat man nämlich eine Emailadresse und eine Telefonnummer. Aber die „Friends“; von denen hatte man nie eine Emailadresse.
Ohne Facebook vermissen einen alle Freunde
Insgesamt war mein Vegetarier-Werden schwieriger für meine Freunde als mein Facebook Urlaub, den sie als vollkommenen Social Network-Tod erlebten, da ich meine Absenz nicht richtig groß angekündigt hatte. Man scheint sich also doch mehr für meine Verdauung etc. zu interessieren als für die Möglichkeit zu sozialer Interaktion auf Facebook mit meiner Person. Es gab einzelne Nachfragen, aber der Großteil hat es einfach so hingenommen. ( Was bleibt denen „Friends“ auch übrig, die nicht einmal ne Telefonnummer von mir haben.) Eine kleine Anekdote: Wenn man sein Facebook Account deaktiviert, zeigt Facebook einem nochmal ganz melodramatisch, wer einen vermissen könnte. Das kann einem schonmal ein müdes Lächeln abringen, wenn man sich vorstellt, wie sehr einen die Barbekanntschaft von vor 3 Jahren wohl vermisst. Vorausgesetzt sie weiß den Namen noch.
Ohne Facebook geht es einfach nicht mehr.
Jaja, der Suchtfaktor. Jetzt bin ich mehr als eine Woche ohne Facebook und denke immer noch jedes Mal, wenn ich etwas Interessantes sehe, dass ich es irgendwo posten müsste. Ich habe schon ein ganzes Facebook-Areal in meinem Hirn entwickelt, das jetzt wo es amputiert ist ganz verrückt phantomschmerzt! Aua, das tut weh.
Ohne Facebook verliert man Kontakte zu im Ausland lebenden Leuten viel eher
Das kann ich mir gut vorstellen. Besonders wenn sie in Ägypten leben. Haha.
Ohne Facebook hat man wenigstens kein Ausgespähtsein-Gefühl
Bei mir ist eher das Gegenteil der Fall. Ich habe das Gefühl, dass Facebook jetzt voll ist mit den unmöglichsten Fotos von mir und alle Sachen über mich schreiben und ich nichts mehr dagegen tun kann. Dass das paranoid und verkrampft ist, weiß ich selbst, danke! Da muss man doch Sascha Lobo recht geben, der der Meinung ist, dass es wahrscheinlich besser ist, das digitale Außenbild, mein Porno- Ich, positiv mitzugestalten (das Internet haben sich eh eigentlich Pornographen und Werber ausgedacht, oder?) als sich dem ganzen zu entziehen, weil man denkt, dass es einen dann nicht tangiert.
Ohne Facebook ist man uncool
Ich habe mal meine unglaublich feinfühligen Szene-Tentakel ausgefahren und mir ist dabei aufgefallen, dass die Gallier eben cooler sind als die Römer. Ich denke der Facebooktrend kann sich leicht gegen sich selbst richten, wie jeder Trend eben. Ich saß vor nicht all zu langer Zeit in einer Runde aus Künstlern und Schauspielern und Fotographen, die sich allesamt als Facebook-Verweigerer bekannten. Schon ein komisches Gefühl, als Facebook-User in der Minderheit zu sein. Das fühlte sich so 2007 an. Ich dachte mir, dass das wohl auch so eine Art Fuck-off Haltung sein muss, wenn es einen einfach nicht mehr interessiert. Obwohl man weiß, dass die letzte Party mit Salzstangen in allen Körperöffnungen endete und irgendwo auch so ein Depp mit Digicam rumlief.
Tagesplanung- How NOT to
Dass meine Mutter jedesmal guckt wie auf einer Beerdigung, wenn das Thema unvermeidbar wie ein Todesfall auf mein Studium und meine Lernmotivation kommt, hat einen Grund: Ich kriege nichts auf die Reihe!
Da ich aber schonmal was von dem unglaublichen psychologischen Effekt von To-Do Listen und dergleichen gehört habe, mache ich mir manchmal Tagespläne, die so exakt sind, dass eigentlich keine Zeit bleibt völlig apathisch sabbernd vor Facebook zu hängen, oder nochmal die Arbeitsfläche in der Küche zu polieren.
Das sieht zum Beispiel so aus
Plan für Samstag, 22. Januar
- Aufstehen um 10.00
- Duschen
- Meditieren
- halbe Std. Internet
- Frühstück
- 12 Uhr Anfangen zu Lernen ( WLAN unbedingt ausschalten)
- 14 Uhr Mittagessen kochen
- 16 Uhr Weiterlernen bis
20 Uhr19.30 Uhr, dann Meditation - 20 Uhr Feierabend! ( In Wirklichkeit mit mehr Ausrufezeichen)
Dann passiert das Folgende: Ich habe den Wecker auf 9.50 Uhr gestellt und bin aber noch seeehr müde. Ich stelle den Wecker aus, vergesse aber, dass ich die Snooze-Funktion auf dem neuen Handy noch nicht eingestellt habe. Ich schlafe bis 11 Uhr weiter. Völlig verpennt stelle ich mich unter die Gänsehaut Dusche (heizen dauert jetzt zu lange; nur die Harten komm’ inn’ Garten) Dann frühstücke ich zwei Marmeladentoasts und schaue aus dem Fenster aus dem man eigentlich nix sieht und schreibe in den Nikotinbelag: Yuhuu, Lernen!
Mist! Jetzt bin ich zwar immernoch in der Zeit aber habe vergessen vor dem Frühstücken zu meditieren. Das gibt ein ganz böses Kloßgefühl bei der Meditation. Der Kloß sackt also meine Darmwindungen herunter und ich wieder ins Bett, wo meditieren ganz besonders kuschelig ist. Schön warm. Als ich so, den Meditationslaut wiederhole merke ich, wie mir meine Gesichtszüge entgleiten und sich der Mund langsam öffnet. Ich denke: bloß nicht einschlafen!
14 Uhr: Ich wache wieder auf. Jetzt bin ich immernoch so dösig, dass ich nicht lernen kann. Außerdem ist kein Essen mehr im Haus und ich habe meinem netten Mitbewohner alles weggefressen. Besser, ich geh einkaufen, bevor der wiederkommt. Und noch den Brief wegbringen.
15 Uhr: Habe mich angezogen und gehe jetzt einkaufen. Stehe stundenlang im Aldi rum und finde es toll, dass die Biomilch auch wirklich hier aus der Gegend kommt, lese aber vorsichtshalber alle Etiketten nochmal durch. Zuhause dann nochmal Recherche, wieviel Milch überhaupt gut ist. Ärgere mich, weil Milch eigentlich überhaupt gar nicht gut ist. Muss noch ein paar Stunden über Milch und politische Nonsense-Subventionen recherchieren und lese nebenbei meine Lieblingsblogs und was DIE ZEIT noch über die Fashion Week in Berlin weiß.
18 Uhr Jetzt noch anfangen zu lernen! Puh! Ich lese mich ein: Neben diese funktionelle Zentriertheit tritt die funktionelle Ubiquität der Seele…achso. Ich schaffe es ganze 30 min mich auf diesen reichlich abgehobenen Aristoteles-Text zu konzentrieren, als mein Mitbewohner mit der Heimat Trilogie kommt: HEIMAT 1, HEIMAT 2 UND HEIMAT 3! GEIL!!!!!!!! Ein filmisches Meisterwerk von Edgar Reitz über eine Familie im Hunsrück über die Generationen hinweg. Eine Chronik der deutschen Geschichte, wie sie in der Provinz hätte stattfinden können. Tolle 3364 Minuten auf 18 CDs. Nochmal Geil!
01 Uhr: Ich werde irgendwie nicht fertig mit diesem 13 Filme umfassenden Filmmonstrum-Scheiß (der aber wirklich sehr wertvoll ist). Jetzt muss ich aber noch schnell ein paar Korrespondenzen auf Facebook beantworten und dann ab ins Bett, denn morgen möchte ich ja lernen.
02 Uhr: Ich kann nicht schlafen und habe mir ein Hörbuch angestellt: „Karen Duve- Anständig essen“. Gleite in unruhige Vegetarier träume ab, in denen ich plötzlich den ganzen Mund voll Fleisch habe und nicht schlucken will und ich träume, dass morgen wieder so ein Tag wird wie heute…
Ich lass das!
Mein erstes Mal Vegetarier sein.
Definieren sich eigentlich Freundschaften übers Essen? Übers Fleischessen?

Wenn ich aus Frankfurt, meiner Heimat weggefahren bin, war es oft so, dass wir einen Spaghetti Bolognese Abschiedsabend gemachthaben. Wir haben Nudeln und Fleisch gegessen bis wir platzten und waren über den Abschied hinweggetröstet. Wenn wir unseren Mut testen wollten gingen wir ins Best-Worscht in Town und bestellten besonders scharfe Würste die uns glücklich machten weil sie uns den Schweiß auf die Stirn trieben und das Tresenpersonal eine hessische Fröhlichkeit an den Tag legte, die -ganz eindeutig- von der geheiligten „Worscht“ kam. Jägerschnitzel essen im Gambrinus erinnert an frühere Zeiten und andere Freunde von damals, die in einem Anfall von Kalauerigkeit das „Negerschnitzel“ erfanden, was bei Besuchen zum Besten gegeben wird. Manchmal gehen wir sogar in die ehemalige Schule um Fleisch zu essen – nicht um uns an die Schule zu errinnern, sondern an die Pausen und das Schwänzen und überhaupt die Zeit, die schon eine besondere war.
Gerichte erzählen uns Geschichten an die wir uns erinnern, wenn wir den Geschmack wieder auf der Zunge haben. Es hebt den Moment heraus und es ist als würde man mit Champagner auf etwas anstoßen.
Und weil wir eh soviel Fleisch essen und weil Fleisch essen -so wurde es von unseren Großeltern tradiert- etwas besonderes ist, ist Fleisch meistens an dieser Mythenbildung beteiligt. Keiner sagt: Lass uns mal wieder auf den Feldberg fahren und Käsebrot essen!
Doch dass Fleisch für etwas steht und besonders ist, schlägt sich nicht in dem Preis nieder. Wir kaufen ein paar Kilo Tiefkühl Hähnchen für 2,99 und essen die Tiere wie Kartoffeln, die ja auch nicht viel günstiger sind. Es liegt nicht in unserem Interesse uns mit der Herstellung dieser Quasi-Beilage zu beschäftigen, weil wir eigentlich schon wüssten, dass ein Film über die Mast und Schlachtbedingungen ein Horrorfilm sein würde, nachdem wir vielleicht kein Hühnchen mehr essen wollten.
Warum sollte man sich das eigentlich antun? Ich hab es mir angetan und es passierte folgendes: Nichts. Ich sah die armen kleinen Hinkel, die auf Förderbändern rumgeschubst werden, krank sind, zerquetscht werden, unbetäubt aufgeschlitzt werden… und aß M17, Panäng gai (Hühnerfleisch mit Erdnusssoße und Gemüse), bei dem Nepalesen bei dem ich so gerne nach dem Schwimmen war, als Ritual, begossen mit Pflaumwein, der einem von rotwangigen Nepalesen grinsend mit verschwörerischem Blick und den Worten “ Nock ein bisseken Teeeee?“ angeboten wurde. Soviel zu meiner beachtlichen Verdrängungsleistung. Wenn mir der Gedanke hochkam, auf welchem Huhn ich da wohl gerade rumkaue, dann biss ich weniger fest und schluckte dafür schneller und versuchte das gleiche mit dem Gedanken. Das hat funktioniert.
Ich weiß nicht, wann der Moment kam, an dem es nicht mehr funktionierte. DIE ZEIT brachte einen Titel der mich mit dem zartesten Stück Fleisch anlockte und dann mich und die anderen Carnivoren anschrie „LASST DAS!“ Ja, das war wirklich der Titel! Inzwischen kenn ich all die Gründe, die gegen das Fleisch essen sprechen und die sind zahlreicher als die Gründe, die für das Fleisch essen sprechen. Es geht um die Umwelt, um die Tiere, die zuviel Scheißen; um die Böden, die die ganze Scheiße längst nicht mehr tragen können um Menschen, die in der Umgebung von Mastställen krank werden, die in der dritten Welt Hunger leiden weil wir soviel Fleisch fressen müssen. Es geht um meine Gesundheit, die der anderen, der Tiere und der Natur. Mit einem Wort: Es geht um VIEL.
Eine der Fragen die mich seither beschäftigen ist, ob es denn wirklich noch eine private Entscheidung ist, soviel Fleisch zu essen? Ob man den Markt nicht auf eine Weise regulieren sollte? Ob es sozial ungerecht ist, wenn sich ein Hartz IV Empfänger kein tägliches Schnitzel leisten kann? Ob man den Leuten sagen soll „Lass das!“?

Wenn mir das jemand noch vor ein paar Jahren so offensiv befohlen hätte, hätte ich mich wahrscheinlich demonstrativ mit einer Bratwurst vor ihn gestellt und geschmatzt. Man lässt sich einfach nicht gerne was sagen. Inzwischen kommt mir das einfach nur verrückt vor und ich spüre eine Wut in mir, weil ich mich rechtfertigen muss, obwohl es anders herum sein müsste. Obwohl ich – sozial einigermaßen versiert- niemanden auch nur ansatzweise missionieren will, ist das Unverständnis groß. Manchmal wird es als eine Art Spleen betrachtet, der bestimmt bald wieder aufhört. Dann soll ich zum Fleischessen bekehrt werden, als wäre mir ein kulinarisch-weltanschaulicher Denkfehler unterlaufen. Ich frage mich, weshalb sich jemand dafür interessiert was ich esse, wenn sich doch auch keiner um die weiteren Aspekte meiner Verdauung schert. Ab heute twittere ich aus Protest über meinen Stuhlgang. Heute hatte ich noch keinen Stuhlgang, bin momentan etwas verstopft.
Die Models fliegen wieder tief. Achtung, High Heels.
Schau, da, wie süß, ein frisch geborenes Giraffenbaby! Wie es stackst, nein, wie goldig!

Bei genauerem Hinsehen erkennt man: Kein Giraffen-Neugeborenes, eine Frau! Highheels und Pelz sind jetzt wieder verdammt in. Dass Pelz tragen irgendwie scheiße ist, hatten wir ja schonmal, aber diese Superhighheels die uns überall umgeben, die sind neu. Das sind nicht einfach nur Highheels, das sind Mordsinstrumente und diese Saison sind sie besonders hoch. Seit Heidi Klums 14 Zentimetern geht es auch beim Einkauf im Edeka nicht mehr drunter.
Besonders in Frankfurt bemerke ich, dass dieser Trend gut ankommt. Alles was weiblich ist und noch laufen kann, hat sich hier einer Art Hafennuttentrend verschrieben. Ich trage selbst gerne Heels und auch das, was über den Mutter Beimer- Absatz hinausgeht, aber dieses Gestackse und Wegknicke und Gefalle gefällt mir dann doch nicht und wirkt auch nicht so königsantilopengleich, wie die Trägerinnen das meinen.
Hier ein einfacher Trick wie ihr das Gehampel beenden könnt (funktioniert in jeder Stadt): Sucht euch eine lange Straße. Wichtig ist der Belag – es sollte sich hierbei um Kopfsteinpflaster handeln. Das wird definitiv der Catwalk ihrer Alpträume. Versucht auf jeden Fall in zügigem Schritttempo zu gehen und nicht auf die ihre hilflosen Versuche in ihrem Mörderheels die Würde zu bewahren zu achten (wenn ihr Männer seid, macht ihr das ja meist sowieso). Danach ist die Dame bekehrt und kommt zum nächsten Treffen ohne 14cm-Sohlentuning.
Noch ein Trick (funktioniert in Hamburg): Geht mir ihr auf die Reeperbahn. Nachts um 2, wenn die potentiellen Freier sich Mut angesoffen haben ist für Nutten das große Fressen angesagt. Für dich auch. Auf der Höhe des Burger Kings am Hans Albers-Platz (im Abstand von 2m je eine Nutte) verliert ihr euch im Gedränge und sie bleibt stehen um dich zu suchen. Du holst dir einen leckeren Burger und beobachtest dabei aus dem Fenster, wie sie von notgeilen Rentnern um ne kleine Nummer gefragt wird und die Nutten werden so richtig schön pissig. Super Abschreckung!
Ich weiß, das hört sich alles super gemein, aber ist doch besser als Frauen unter Artenschutz stellen zu müssen oder die Krankenkassenbeiträge für 15-30 Jährige hochzuschrauben. Pardon, 13-30 Jährige. Ich vergas ja völlig, dass ich demletzt im Deichmann ein Gefecht auf Fleisch und Blut zwischen Mutter und Tochter mitbekam. Tochter, leicht moppeliges blondes Mädchen mit Kindergesicht und normaler Kleidung, dafür aber mit Sesamstraßensocken in lila Glitzerhighheels schnalzt obermegagenervt mit der Zunge und sagt: Oaaaaar, Mama, du hast einfach garkeine Ahnung, bei mir in der Klasse tragen das alle. Mutter, erschüttert: Nhhheein, also sowas kauf ICH dir nicht! Das ging so eine Weile hin und her. Ich hätte zu gerne erfahren, wer denn nun gewonnen hat, aber fand es dann irgendwie zu verdächtig, alle Schuhe aus der Reihe dahinter anzuprobieren.
Sollte dieser Trend anhalten, sehe ich uns demnächst wieder krabbeln. Dabei haben wir uns den aufrechten Gang so hart erarbeitet. Zu schade, das manche Frauen immer noch nicht wissen, wie der geht.
Hier noch einer dieser Lifestyle Artikel der Welt Online, wo es um die gefallenen Mädchen der Modelbranche geht. Wunderbare Fotos aus freiem Fall.
In Google we trust
Für die Sommerloch-Momente im Leben empfiehlt das ZEITmagazin auf Facebook sich an Google Suggest zu erheitern. Also ich würde die Vorschläge von Google jedem Lebensratgeber vorziehen.
Ich kann… fliegen
Ich sollte… Kaiserin werden
Ich muss… abnehmen (grmpf)
Ich will… spielen
Ich darf… nicht länger schweigen
Ich könnte… verschwinden wenn du mich berührst
Ich bin… gut
Da entsteht doch schon ein gewisses Bild meiner Persönlichkeit, wie ich finde. Und bitte passt auf, wenn ihr mich das nächste mal berührt, ich könnte verschwinden!
Glücklicherweise gibt es ganze Seiten, die sich mit dem Phänomen beschäftigen, z.B. http://googlelolz.com/ (englisch)





