Hallo äh…dingens

Samstag auf einer Party. Ich steh in einer Gesprächsrunde und spinxe immer wieder höchst unauffällig zu einem Geschöpf männlicher Gattung rüber und er tut das gleiche. Wir beide wissen, dass wir uns eigentlich kennen…aber woher, verflixt und zugenähnt? Ansprechen ist mir jetzt aber auch zu peinlich, da belasse ich’s lieber bei einem Lächeln. Peinlich,peinlich…

Aber die Peinlichkeit bleibt mir nicht erspart: Kurz danach drängt sich ein Mädchen in mein Gesichtsfeld und ich denke, dass ich ihr Aussehen und ihre Sprechweise irgendwoher kenne und schon kommt sie auf mich zu. „Hey Vanessa, oder war’s Rebecca?“ Wow, sie kennt meinen Namen noch so halbwegs. Bei mir im Denkstübchen herrscht leider immernoch völlige Düsternis. Das hat sie Gottseidank gemerkt (ich muss einen seltendämlichen Gesichtsausdruck gemacht haben) und mir auf die Sprünge geholfen…klar, wir waren zusammen im Bucovina Club. Oh Mann! Dabei mocht ich sie von den ganzen Leuten da echt noch am liebsten. Peinlich, peinlich…

Facebook  als Gehirnfortsatz…oder Ersatz

Ich kann mir Namen von neuen Bekanntschaften eigentlich prinzipiell  nur dann merken, wenn sie 10x gesagt werden oder ich sie ein paar Tage später in meinem Facebook sehen kann, dann sogar mit Nachnamen! Wenn man allerdings kurz einander vorgestellt wird: No Chance! Da bin ich meistens schon froh, wenn ich meinen eigenen Namen noch weiß.

Vielleicht sollte man innerlich nochmal „Ich packe meinen Koffer“ spielen.

Aber letztendlich trifft man meistens gleich so viele unterschiedliche Leute, dass man eh am Ende garnicht alle mitnehmen wollte.

Ein großes Problem ist, dass viele Leute garnicht zu ihrem Namen passen, oder umgekehrt. Mich nennen komischerweise immer alle Rebecca. Scheint wohl besser zu mir zu passen.  Und mir wär das eh egal. Namen sind Schall und Rauch.  Aber ein Timo ohne freche Strubbelfrisur, oder eine Sandra ohne einen Hauch Sommersprossen gehen nunmal nicht. Da versagt bei mir das Zuordnungszentrum im Gehirn.

Oxitocyn für alle

Gesichter vergesse ich hingegen weniger leicht. Das liegt daran, dass ich soviel Liebe in Hormonform mit mir rumtrage. Oxitocyn, bekannt als Liebes- und Treuehormon,  sorgt, laut Wissenschaftlern der Uni Zürich, für eine reibungslose Gesichtererkennung. Menschen denen eine Oxitocyn Nasenspray verabreicht wurde erinnerten sich leichter an am Vortag gesehene Gesichter und Dinge als ihre Vergleichsgruppe.

Jetzt müsste es nurnoch ein Hormon für Namen geben. Ich würde es mir sofort spritzen lassen.

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Ein Gedanke zu “Hallo äh…dingens

  1. Schöne Beobachtungen, die wohl viele kennen. Zumindest wenn sie wenigstens mal wieder auf eine Party eingeladen werden. Ist die Frage, womit ich meinen Namen verbinde, wenn nicht mit mir. Komisch ist mir nur, wenn ein anderer meinen Namen trägt und ich den so gar nicht sympathisch finde. Krazt dass am Ende am eigenen Selbstbewusstsein oder sind das die Phasen, in denen man sich gerne wieder längst vergangene Spitznamen geben lässt, etwa wie Basti, was ich ansonsten Zeit meines Lebens gehasst habe. Namen sind nicht nur Schall und Rauch, sondern auch Gemütsverfassung…

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