Über die Beschäftigung mit Nahrung – Ein entnervter Anfall

Essen ist für mich ein Thema das nie aufhört. Es hört nie auf. Ich hasse es.

An meinen verzweifeltsten Punkten sitze ich in der Küche und denke mir: Warum kann ich keine Astronautenkost bekommen. Morgens würde dann in meiner Post ein Paket liegen mit 3 Tüten Nährschleim in Bioqualität, der so nahrhaft ist, der so abgestimmt auf meine Darmbakterien ist, der einfach so perfekt für mich ist, dass ich mir nie mehr Gedanken über Essen machen müsste. Das bedeutete, ich müsste nie mehr überlegen, was ich esse, nie mehr im Supermarkt Preise vergleichen. Ich würde einfach nie mehr leicht paranoid darüber nachdenken, welches Gift und welche Medikamente sie in das Lebensmittel oder in das das Lebensmittel produzierende Vieh reingespritzt haben. Und dann würde ich auch nicht mehr aufbewahren, schnibbeln, kochen. Noch nicht mal Teller waschen würde ich.

Und dann denke ich an die Leute,  die es sich heute schon so leicht machen und nur Instant-Kram essen. Ex und hopp. Was machen die eigentlich den ganzen Tag sonst so, während ich Foodblogs lese, extra in den Biomarkt fahre um Hafermilch für 2 Euro zu kaufen, während ich Rezepte im Internet suche und Nudeln abwiege, und mir überlege auf welches Gemüse ich jetzt schon lange nicht mehr gegessen habe und darüber nachdenke wie oft ich in der Woche Hülsenfrüchte etc. esse, damit das mit dem Eisen und den Proteinen klappt? (Und mir dann doch aus Gründen eine Tiefkühl-Pizza kaufe)

Manchmal komme ich mir ganz fortschrittlich vor, aber dann denke ich wieder an die Steinzeitmenschen, die  24/7 mit der Nahrungsbeschaffung beschäftigt waren. Mir gar nicht so unähnlich. Wobei ich mir auch noch ständig ethische Gedanken dabei machen muss und mir dabei überlegen muss, wie ich dabei nicht zunehme.

Irgendwie unangenehm, so ein Körper mit dem man einfach so geboren wird und der dann auch noch den ganzen Tag irgendwas hat. Hunger, zu warm, zu kalt, müde. Als würde man andauernd mit einem quengelnden Kind in der Supermarktkasse stehen.

Mein ultrakorrekter Augenbohnensalat

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