Tag 10 – Vegan? Am Arsch

Ich habe heute wegen meinem bevorstehenden Gambiaurlaub Gelbfiebererreger, die in Hühnerembryonen  vermehrt wurden, gespritzt bekommen. Der Impfstoff enthält also Hühnereiweiß  außerdem ist mir aufgefallen, dass meine Anti-Blagen-Pille, genau wie viele andere Medikamente Lactose, also Milchzucker enthalten. Ich ernähre mich also mitnichten seit 10 Tage vegan. Wer weiß, wo es mir noch überall nicht aufgefallen ist.

Ein Tierleben muss so wertlos sein, wenn sich wirklich in jedem denkbaren Produkt Tierbestandteile finden und jeder Scheiß erst einmal an Tieren getestet wird. Selbst Zigaretten kann der Mensch, der gerne rauchen will oder Geld damit verdient, dass andere rauchen wollen, nicht an sich testen. Das ist ein Job für kleine Hunde, die dann Masken aufgesetzt bekommen und das Teer und Nikotin so auf die Lunge bekommen. Ich bin weit davon entfernt hier solche Bilder zu posten, weil ich die selbst nicht sehen kann, aber wer möchte, kann googlen.

Abgesehen davon, dass das für die Tiere nicht schön ist, wirft das ja irgendwie auch kein gutes Licht auf unsere Gattung, die ja ach so zivilisiert ist. Es gibt es in der Philosophie auch die anthropozentrische Sicht auf den Tierschutz (vor allem Immanuel Kant und Arthur Schoppenhauer), nämlich das Mitleidlosigkeit gegenüber den Tieren zuallererst negativ für den Menschen ist, weil sie eine Verrohung des Menschen bedeutet und er sich mit dieser Mitleidlosigkeit wieder auf die Stufe mit Tieren stellt. Oder kennt wer ein mitleidiges Tier? Sehe ich nicht so, wenn Katzen mit Mäusen spielen.

„Mitleid mit Tieren hängt mit der Güte des Charakters so genau zusammen, dass man zuversichtlich behaupten darf:
wer gegen Tiere grausam ist, kann kein guter Mensch sein.“

(Arthur Schoppenhauer, deutscher Philosoph, 1788-1860)

Ich bin davon überzeugt, dass wir als Konsumenten hier und heute alles in der Hand haben. Das bedeutet eine gewaltige Verantwortung, derer sich viele nicht bewusst sind oder nicht bewusst werden wollen/können. Einerseits verständlich, weil ich auch oft müde bin jedes Produkt zu hinterfragen und mich frage, warum IMMER ICH mehr bezahlen, weiter laufen und immer, immer, immer nachfragen muss, aber andererseits kann ich auch dieses „Ich alleine kann da doch nix ausrichten“ nicht mehr hören.

So, jetzt hatte ich mal wieder meinen moralischen Anfall. Aber keine Sorge, ich vergesse nicht, dass ich nicht mit diesen Gedanken auf die Welt gekommen bin oder ethisches Konsumverhalten erfunden habe; auch ich war mal Mischköstler aus Leidenschaft und fand Veganer total komisch und freaky. Und auch ich lerne jeden Tag dazu, bin mir noch nicht mal sicher, ob ich mir zuhause immer den Käse verkneifen kann. Was mir Mut gibt, ist dass die größten Denker von Socrates bis Schopenhauer und überhaupt ziemlich coole Leute (naja, und ein paar Hollywoodstars) genau so denken wie ich. Prince und Andre 3000 (Outkast) sind Veganer hab ich gerade in dieser Liste gelesen, haha.

So, jetzt gibt es aber Essensbilder:

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Breakfast-Crunch mit Mandelmilch

Zum Brechfest habe ich heute zum ersten mal selbst ein Müsli gemischt mit ganzen 10 Zutaten. Ich würde hier ja auch immer gerne die Rezepte posten, aber ich weiß nicht, ob der Buchautor damit so einverstanden wäre, obwohl man die Rezepte auch googeln kann und meist ein Ergebnis bekommt. Andererseits ist kein Euro falsch investiert in das Buch. Dieses Müsli werde ich mir öfter machen. Ich habe gekaufte Mandelmilch genommen, die ohne Süßung immer wie Mischbetonwasser schmeckt und mit Süße plötzlich wie flüssiges Marzipan.

Und dann kam endlich mal was Geldbeutelfreundliches und was Brotfan-freundliches ;)

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Kichererbsen-Tomaten Brotaufstrich

Ob der Dackel das auch so genossen hat wie ich?

Weißmehl  ≠ Weizenmehl

Meine Biodealerin isst gar kein Weißmehl mehr, sagt sie, und hat auch so gut wie nur Vollkornbrot vom Roggen- und vom Dinkelgetreide da. Ich glaube heute ist bei mir auch endlich mal der Groschen gefallen, dass Weißmehl  nicht  mit Weizenmehl zu verwechseln ist. Ich bin so doof.

Jedes Getreide besteht aus:

  • der äußeren Schicht, der Kleie, die sehr ballaststoffreich ist.
  • dem Keim, aus dem die neue Pflanze wachsen soll, der fetthaltig ist.
  • dem größten Teil: Das Nährgewebe, auch Mehlkörper, das den Keim umgibt und viel Stärke enthält um den Keim bei seinem Wachstum zu nähren. Etwa so wie eine Plazenta beim Menschen.

So, und da hätte man echt auch mal alleine drauf kommen können: Vollkorn bedeutet, dass das Mehl aus Kleie, Kern und das Nährgewebe gemahlen werden, also das volle Korn. Das bedeutet allerdings auch, dass das Mehl ranzig werden kann, wegen dem fetthaltigen Keim.

Da kommt uns das Weißmehl, das nur das nur aus dem vermahlenen Nährgewebe/Mehlkörper besteht recht. Das hält drei Ewigkeiten, kann also industriell sehr gut genutzt werden und schmeckt uns ja auch so gut. Vollkornspaghetti, uarks.

Wer will kann sich jetzt auch noch mit den Typenzahlen beschäftigen und was sie bedeuten, aber für mich reicht jetzt erstmal: Typ 1700 und 1800 Mehl ist Vollkorn und Je höher die Typenzahl desto höher der Mineralstoffgehalt.

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