Weitermachen! Fertig werden!

Es war sehr anstrengend, über zwei Jahre nichts in diesen Blog zu schreiben. Ich musste mich jeden Tag zurückhalten. Allerdings ist Selbstbeherrschung eine begrenzte Ressource und der Verlust, den ich schon jetzt erleide, weil ich für die Jahre 2014 und 2015 nichts manifestes habe, von dem ich sagen kann, dass ich schon jetzt völlig anders darüber denke, ist so groß, dass ich es nicht mehr verantworten kann, den Blog nicht in seinem 7. Jahr weiterzuführen.

Meine zweite große Leidenschaft, nach dem Bloggen, ist das Hören von Podcast. Ich möchte deshalb meinen nächsten Blogbeitrag meinen Lieblingspodcasts und den kleinen Erleuchtungsmomenten, die sie mir beschert haben, widmen. Danke sagen mit VIELEN verschiedenen Buchstaben. Wie immer ist das nichts, worauf die Welt gewartet hat – aber es heißt ja auch nicht  ‘Handle stets so, dass die Maxime deines Bloggens jederzeit zugleich ein Maß für das, worauf die Welt wartet, sein könnte. ‘Das, worauf die Welt wartet’ zum Leitmotiv für das eigene Handeln zu machen ist schon deshalb doof, weil die Welt ja wahrscheinlich noch nicht mal selbst weiß, worauf sie wartet.
Wort der Woche: Analgesicht

Neues Blog, neues Glück!

Gerade eben habe ich einen alten Blog zu Grabe getragen, sprich abgeschlossen.  Ich habe den Blog damals angefangen um meine Abizeit zu dokumentieren und nun, da das Kind groß ist, ist es Zeit mit einem neuen Blog anzufangen. Vor zwei Jahren, als ich den Block angefangen habe, hat der Hype um’s Bloggen gerade erst angefangen und ich wusste nicht, welche Möglichkeiten darin liegen und hatte deshalb auch keine Ansprüche an mein Geschreibsel. So liest sich also mein alter Blog ungefähr wie ein Tagebuch. Und jeder weiß, dass man Tagebücher nicht nochmal lesen soll, weil es sowieso bei der Erkenntnis endet, dass man früher halt einfach viel doofer war, bis man es mit hochrotem Kopf zuklappt und in irgendeinem Fluss ertränkt.

Ich freue mich wieder schreiben zu können und habe es auch vermisst. Schreiben ist für mich wie eine Meditation. Danach fühlt man sich befreit und die Gedanken sind klarer. Es gibt einem Anlass über die Dinge genauer nachzudenken, denn schließlich muss man sie  in einem ja Text greifbar, nachvollziehbar machen.

Ich habe schon länger den Wunsch, wieder einen Blog anzufangen. Kein Themenblog, da es kein Thema gibt, dem ich mich verschrieben habe, aber schon ein Blog, der auch eine gewisse Relevanz haben soll. Weder hochtrabende Themen noch den berühmt berüchtigten Sack Reis in China. Persönlich aber nicht belanglos.
Noch habe ich so meine Zweifel :

  • Anspruch: Schaffe ich es, eine Leserschaft an mich zu binden und die Seite dialogisch zu gestalten: Ich bin schließlich kein selbstverliebter Web 2.0- Gockel, dem in seinem ausgeprägten Sendungsbewusstsein nur der Monolog und die Selbstdarstellung was gilt.
  • Rezeption: Die Frage, an wen ich den nun schreibe. Klar, ich schreibe an das Internet. Aber wer ist das Internet und wie ist es so drauf, was für Hobbies hat es, wie mag es seinen Kaffee? Ich will ja nicht nur so schreiben, dass es mir gefällt, aber dazu müsste ich den Geschmack des Publikums kennen und das ist im WWW nunmal zuerst undefiniert. Mir gefällt es nicht, Meinungen in den leeren Raum zu pusten – das mach ich ja schließlich zu Hause auch nicht. Manchmal hat man eh das Gefühl Blogger sind wie diese Leute, die es versäumt haben, sich ein Tagebuch anzuschaffen und deshalb in U-Bahnen anfangen mit sich selbst zu reden.
  • Datenschutz: Wieviel verrate ich den eigentlich von mir? Im Netz geht heute nichts mehr verloren und manche Dinge die ich heute sage, meine ich morgen nicht mehr. Aber vielleicht kommt mir gerade das irgendwann mal in die Quere. Das Web 2.0. gibt es ja nun noch nicht so lange und wir können nur unsere eigenen Erfahrungen machen. Vielleicht fliegen wir auf die Schnauze und werden zum gläsernen Menschen, zum lenkbaren Homo transparentis, oder wir gestalten mutig unsere Welt offener und damit vielleicht sogar demokratischer.
  • Redundanz? 8% der Deutschen bloggen, Trend steigend, und man kann sich vor Bloggs eh nicht mehr retten.  Jeder Mist muss gebloggt werden und ich mach mit? Qualitativ gibt es große Unterschiede. Wer soll das alles lesen?

Ich sehe, ich werde mich also noch ein bisschen mit dem Thema beschäftigen müssen. Wenn ich genau darüber nachdenke, bin ich ja im weitesten Sinn schon eine Web-Persönlichkeit. Damit meine ich nicht, dass ich bekannt bin, wie diese ganzen Web-Celebrities (Lonelygirl, Touristguy und der Typ von Dance evolution..haha), sondern, dass man eine beträchliche Menge von mir erstelltem Content findet, wenn man Vayonnaise googelt. Und in gewisser Weise habe ich ja schon ein Themenblog, wenn man meine Präsens auf qype mal als Blog rund um Dienstleistungen und kulinarische Genüsse sieht.

Also, Google gebe mir die Gelassenheit über all diese Widrigkeiten hinwegzusehen und hier ein kreatives, persönliches Blog mit Inhalt zustande zu bringen !

(Ich verspreche auch, dass die nächsten Blogs kürzer werden)